Ausflug mit einigen Meninas

Samstag, 26. September 2009

Diversos negócios fantásticos!!!


Lange hab ich mich nun nicht mehr gemeldet, was einmal daran lag, dass ich keinen Computer zur Hand hatte, dann aber vor allem, weil ich so viel Tolles zu tun hatte.... Jawoll, mir geht es momentan fabelhaft!! Letzte Woche, nachdem ich meinen Sprachkurs abgeschlossen hatte, habe ich mich dann auf die Suche nach Samba- und Sportmoeglichkeiten gemacht. Im Internet habe ich dann auch tatseachlich ein paar Adressen finden koennen, die ich dann mithilfe meiner supertollen, treuen Karte (oh ja, die hilft mir immer sehr und ich kenne mich jetzt immer besser in der Riesenstadt aus, zumindest im suedlichen Teil) nach der Arbeit und am Wochenende abgeklappert habe. Am Sonntag bin ich dann auch im Parque Ibirapuera durch Zufall, nachdem ich endlich mal wieder schoen joggen war, noch auf eine Capoeiragruppe gestossen, habe erstmal ganz fasziniert zugeschaut, dann aber gleich meine Chance genutzt und eine der Leiterinnen (wie es mir schien) angesprochen. Hihi, sie heisst Katia und war mega nett und wollte mir auch sofort helfen eine Capoeiraschule bei mir in der Naehe zu finden. So haben wir diese Woche oefter telefoniert und gesmst und ich war ganz begeistert, dass sie so zuverlaessig ist (ist hier naemlich nicht so selbstverstaendlich!). Letztendlich habe ich dann aber doch selbststaendig eine Schule gefunden. Katia will mir aber Bescheid sagen, wenn wieder etwas laeuft, sodass wir uns naeher kennen lernen koennen. Meine erste Capoeirastunde hatte ich auch schon. Wir waren eine kleine Gruppe mit 8 Leuten und es hat total viel Spass gemacht!!! Ich hatte auch schon meinen ersten "Kampf", da mir unser Lehrer sofort mehrere "Schritte" beigebracht hat - wie toll Phi, dann koennen wir bald zusammen Capoeira praktizieren, wenn wir uns treffen, ich freu mich schon ;). Die anderen Leute dort waren auch mega nett, ausser unserem Lehrer waren es nur Maedchen und alle mehr oder weniger in meinem Alter.


Nach dieser ersten Stunde bin ich dann noch schnell bei einer Tanzschule vorbeigehuscht, die zufaellig in der gleichen Strasse liegt, und wurde dort ebenfalls ganz herzlich empfangen! Hach, da war mein Tag doch perfekt! Und das Tolle ist auch noch, dass diese Schule Kurse wie "Rítmicos Brasileiros" anbietet, sodass ich ausser Samba auch noch Forró, Certaneja und andere brasilianische Taenze lernen kann - Papa, da kannst du dich also schonmal ruesten, nech ?!! Das ist aber noch nicht alles, die Schule geht auch oefter mal abends zusammen tanzen, um dann das Gelernte richtig anwenden zu koennen :), und veranstaltet auch mehrere Passeios, im November geht es zum Beispiel nach Florianópolis. Ob ich das alles mitmachen kann, werde ich natuerlich sehen, aber ich bin auf jeden Fall megadimegadi begeistert!! Ich gedenke, diesen Kurs dann immer sonntagsabends zu machen, da ich in der Woche Capoeirastunden habe.


Ab naechster Woche mache ich dann auch noch einen Kurs von der PUC (eine der tausend Unis hier, von der ich eine Professorin kennen gelernt habe, die mir das ganze auch sozusagen ermoeglicht hat) "Formação de Educador Social" mitmachen, der 5 Samstage jeweils den ganzen Tag geht. Darauf freue ich mich schon riesig und ich glaube, dass ich unheimlich viel lernen kann, einmal fuer meine Arbeit im Amparo mit den Frauen und Maedchen, dann aber auch generell im Gebiet der Sozialarbeit. Die Professorin, Maria Stela heisst die gute Frau uebrigens, eine unheimlich nette, kompetente und interessante Person, hat mir dann auch sofort angeboten, doch auch zu ihren Favelaprojekten (von denen sie mehrere leitet und betreut) regelmaessig mitzukommen und ein anderer ihrer Kollegen, Titsiu, hat mich auch sofort zu seinen Projekten eingeladen. Ich habe mich natuerlich sehr gefreut und bin sehr interessiert, diese Projekte alle kennen zu lernen, muss nur mal schauen, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. Schliesslich will ich das Amparo nicht zu kurz kommen lassen....


Denn dort ist es total grandios!!! Das ist die naechste wunderbare Neuigkeit.... Seitdem ich keinen Sprachkurs mehr habe, bin ich den ganzen Tag im Amparo beschaeftigt, was heisst, dass ich um 8Uhr dort anfange und zwischen 18 und 19Uhr nach Hause gehe bzw. zum Capoeirakurs (juhuu!!). Ich koennte auch eher gehen oder spaeter kommen, da sind die alle sehr locker und offen, aber ich fuehle mich einfach so wohl im Amparo, dass ich gerne so lang bleibe. Im Berçário wird zudem meine Hilfe auch gut gebraucht, da die Berçáristas immer alleine sind und das schon sehr viel Arbeit macht. Umso mehr freue ich mich aber und stuerze mich freudig auf die Arbeit mit den niedlichen Babys. Besonders einige sind mir schon besonders ans Herz gewachsen!


Nach dem Sprachkursende habe ich auch sofort mit Irmã Enir (Leiterin des gesamten Amparos) gesprochen und mit ihr und Silvana (Chefin des Alojamentos) abgemacht, dass ich montags, mittwochs und freitags die ganzen Zeit im Berçário arbeite und dienstags und donnerstags mit den Meninas. Mit Letzteren verstehe ich mich naemlich unheimlich gut und speziell einige habe ich schon in mein Herz geschlossen. Dank meiner sich gut verbessernden Sprachkenntnisse - mein Englisch ist allerdings momentan aeusserst duerftig, Gruss an Marlene (in Arcoverde ;)!) - kann ich mich inzwischen schon wunderbar mit ihnen unterhalten. Sie erzaehlen viel und oft sehr offen.... Vieles ist auch sehr erschreckend und macht mich sehr betroffen.... Sie sind aber immer so lieb und freundlich zu mir und freuen sich, dass ich jetzt auch wieder mehr mit ihnen zusammen bin. Denn als ich wegen des Sprachkurses nur im Berçário war, haben sie immer wieder gefragt, warum ich denn nicht mehr Zeit mit ihnen verbringe. Vormittags sind im Alojamento auch zuseatzlich immer noch freiwillige Frauen vom "Pastoral da Escuta" beschaeftigt. Sie haben vorrangig eine psychologische Aufgabe, sprechen viel mit den Meninas und hoeren ihnen zu, da an sie Vieles getragen wird, was die Meninas mit den Frauen vom Serviço Social nicht besprechen wollen. Zusaetzlich zeigen sie aber auch den Umgang mit den Kindern, klaeren die Meninas ueber spezielle Themen (z.B. den Ablauf der Geburt) auf und helfen bei kleineren medizinischen Angelegenheiten. Am vergangenen Dienstag habe ich dann Mônica vom Pastoral da Escuta begleitet, was richtig toll war, weil wir uns sehr gut unterhalten haben und sie mir viel ueber die Meninas erzaehlt hat und so. Obwohl sie einen spanischen Akzent hat (sie ist naemlich gebuertige Argentinierin), konnte ich sie sehr gut verstehen und habe sie auch von Anfang an sehr gerne gehabt. Sie ist unheimlich lieb und herzlich, aber auch unternehmungslustig und hat mir auch schon angeboten, dass sie mir verschiedene Orte ausserhalb São Paulos zeigt. Da war ich doch gleich sehr gluecklich, weil ich wirklich gerne mit ihr zusammen bin. Gestern Abend (Freitag) hat sie mich auch mitgenommen in ihr argentinisches Restaurant, das ihr Mann vor 6 Jahren gegruendet hat. Freitags gibt es naemlich immer Musik und Tango - Lari, das waere auch was fuer dich gewesen! War wirklich wunderbar!! Ich habe natuerlich auch verschiedene Spezialitaeten ausprobiert, z.B. eine Wurst aus Zwiebeln, vielen Gewuerzen und anderem, die in Rinderblut gebraten wurde - kommt dir das bekannt vor Wuppi?. Zu meiner eigenen Ueberraschung hat die wirklich gut geschmeckt! Wir hatten echt nen tollen Abend zusammen!

Zusaetzlich zu dieser Taetigkeit habe ich dann letzte Woche auch spontan auf Anfrage von Silvana meine erste Englischstunde fuer 2 Meninas gegeben, was gar nicht so einfach war, da die Aussprache recht schwierig fuer sie ist und ich ja auch gar nicht drauf vorbereitet war. Es haben jetzt auch noch weitere nachgefragt, sodass ich mir mal ein bisschen etwas ueberlegen muss, um System in die Sache zu bekommen. Denn ansonsten wird diese Aktion bestimmt nicht besonders fruchten...
Meine Idee der Schwangerschafts- und Rueckbildungsgymnastik wird auch weiterhin verfolgt; momentan bin ich dabei, mir das Wichtigste aus den deutschen Buechern zu uebersetzen, bei dem speziellen Wortschatz bin ich dann auch immer fleissig am Erfinden und Zusammenschustern von Worten. Aber ich werde ja das gesamte Programm vorher mit Silvana durchsprechen und dann auch noch unserem Chefarzt vorstellen muessen, sodass dann bestimmt noch das passende Vokabular gefunden werden kann. Silvana hat mir letztens auch vorgeschlagen, dass ich mich vielleicht mit einer anderen Frau zusammensetzen koennte, die Yogauebungen mit den Frauen machen moechte. Das wuerde ja gut zusammen passen, mal schauen was so daraus wird.... Aber ich glaube, das wird sich alles entwickeln. Geduld zu haben, habe ich hier bisher schon ganz gut lernen koennen ;)....

Waehrend des Mittagsessens (stets feijão und arroz und dann immer noch Fleisch - ich habe in meinem Leben noch nicht so viel bzw. fast taeglich Fleisch gegessen, wie hier - und 1x die Woche auch Fisch, manchmal noch irgendein Gemuese; wirklich aber ganz gut und lecker) habe ich immer gut die Moeglichkeit, noch andere Mitarbeiter des Amparos anzutreffen. So habe ich auch schon mit ein paar Aerzten und Krankenschwestern aus der Maternidade gesprochen, die sich schon freuen, wenn ich dann zu ihnen komme. Darauf freue ich mich auch schon besonders, denn in der Maternidade gibt es auch verschiedene Felder, die ich kennen lernen kann.

Letzten Donnerstag habe ich dann ein paar Schwangere zu einem.... ja Schwangerentreffen/-kurs begleitet, der ueber 10 Wochen geht. Dieses Mal war Pré-Natal das Thema. Ich weiss noch nicht genau, ob ich jeden Donnerstag mitkommen kann, faend es aber natuerlich sehr interessant, da ich so noch vieles lernen koennte.... Zudem ist es auch immer gut fuer mein Portugiesisch, da ich merke, dass ich bei solchen Vortraegen schon das meiste inzwischen verstehe und mir bestimmte Redewendungen bzw. die Konstruktion von Ausdruecken immer mal wieder bekannt vorkommen.

Jaja, im Amparo bin ich, wie ihr merkt, also unheimlich gluecklich!
Das kann ich von meinem zu Hause leider nicht ganz so behaupten. An sich ist eigentlich alles in Ordnung, nur mit meiner Mitbewohnerin, die ja auch im Amparo arbeitet, allerdings immer nachts, fuehle ich mich irgendwie nicht so wohl. Es ist schwer zu beschreiben, weshalb. Es liegt, glaube ich einfach an ihrer Art.... Sie macht eigentlich nichts, ausser jede 2. Nacht zu arbeiten, einzukaufen und fernzusehen, und sagt selbst, dass sie am liebsten zu Hause ist und nicht gerne ausgeht, mit der Mêtro oder dem Bus faehrt, sich also nur hier in der Naehe herumtreibt. Das find ich natuerlich etwas schade, da ich gedacht hatte, dass man vielleicht mal etwas zusammen unternehmen koennte, aber ist ja nicht so schlimm. Das einzige, was mich wirklich stoert, ist, dass sie so kuehl und nicht besonders herzlich ist, sodass ich keine richtige, freundschaftliche Beziehung zu ihr aufbauen kann. Deshalb fuehle ich mich mit ihr einfach etwas unwohl und hab es eigentlich lieber, wenn sie nicht zu Hause ist, was bei mir schon was heissen soll, da ich eigentlich am liebsten unter Menschen bin! Aber das geht schon in Ordnung, im Moment auf jeden Fall. Am Wochenende versuche ich deshalb, so viel wie moeglich weg zu sein udn zu unternehmen, da ich sonst sehr schnell traurig werde. Aber jetzt hab ich mir ja so viel zusammengesucht, sodass ich viel zu tun und auch die Moeglichkeit habe, noch ausserhalb des Amparos Leute kennen zu lernen.

Also wenn ich schreibe, werden das immer gleich solche Megaeintraege, sorry. Ich will eure Geduld und Konzentration ja nicht ueberstrapazieren...... Aber im Amparo sind verschiedene Internetseiten leider gesperrt (natuerlich auch mein E-Mailanbieter), sodass ich nur ab und zu mal ins Internet komme und dann dementsprechen viel zu berichten habe.... Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spass, meine Eintraege zu lesen :)!!!

Hab euch sehr lieb und vermisse euch!
Bis bald, das Hannerle

Dienstag, 15. September 2009

endereço

Ich stell euch dann auch mal schnell meine Adresse hier herein, an die ihr ganz viele Briefe schreiben duerft ;)....

Amparo Maternal - Johanna Schulze-Ardey
Rua Loefgreen 1901
04040-030 Vila Clementino
São Paulo, S.P.
Brasil

Freitag, 4. September 2009

Juhuu!

Hiiiiha!!! Ich bin ja so gluecklich! Gestern morgen rief mich meine Mutter an, bevor ich zum Bus sprintete, und und und und....... hat mir eroeffnet, dass der Zulassungsbescheid aus FREIBURG gekommen ist!!!!!! Ist das nicht megadimegadi-grandios?! Ich habe mich so unglaublich gefreut, dass sofort vor Begeisterung die Traenen kullerten :)!!
Ist zwar jetzt nicht Brasilienwelt, aber das musste ich euch doch schnell erzaehlen!
Jetzt gehts aber ab an die Kueste! Natur, Meer, gute Luft, ich kommeeee! Ja, etwas Gruen vermisse ich hier schon in meinem Paulolein, aber ansonsten geht es mir wunderbar!! Das Amparo ist grosse Klasse mit den vielen netten, lieben Menschen, niedlichen Babys (mit grossen dunkelbraunen Augen! Leider darf ich von ihnen keine Fotos machen) und vielfaeltigen Moeglichkeiten. Inzwischen kann ich auch richtig mithelfen, was mich sehr gluecklich macht! Mit der Zeit werde ich auch immer unabhaengiger, bin letzten Mittwoch beispielsweise ganz allein durch halb São Paulo per ônibus getourt, um mich bei der Polícia Federal registrieren zu lassen. Mit 1000mal umsteigen (und hier haben die Bushaltestellen keine Namen, geschweige denn, dass irgendein Ort angesagt wird) war das wirklich ganz interessant.... der meist klapprige Bus rast in einem Affenzahn durch die nicht besonders gut geteerten Strassen und haelt nur, wenn man sich rechtzeitig bemerkbar macht. Perfekt also, dass ich die noerdliche Gegend gar nicht kannte ;), aber immerhin mein Ziel, sodass ich mit fleissigem Durchfragen doch schliesslich ankam. Der Rueckweg hat dann doppelt so lange gedauert, weiles gerade Rushhour war. Aber ich habs geschafft!
So, wir muessen! Bis bald!

Samstag, 29. August 2009

Estou acostumando-me

Wunderbare Sonnengruesse aus Brasilien! Nach einer wirklich kalten Regenperiode - ich war jeden Tag trotz schichtenweise Klamotten durchgefroren, obwohl 15ºC ja eigentlich gar nicht so kalt sind, naja hier schon, besonders im Haus, ohne Heizung, ohne Isolierung, nur mit Klimaanlage :) und staendig Durchzug macht sich das schon bemerkbar, aber man gewoehnt sich dran -haben wir nun endlich wieder Sommerwetter, obwohl es ja noch Winter ist. Also kein Grund sich zu beschweren. Ich bin mal gespannt, wie es waermemaessig so im Sommer abgeht!

Nun bin ich schon 3 Wochen hier und habe kaum von mir hoeren lassen. Das tut mir sehr Leid, aber versuche jetzt mal etwas aufzuholen....

Also, die ersten Wochen waren immer wieder mit kleinen Heimwehschueben durchzogen, was vor allem daran lag, dass es sehr schwierig war, Leute in meinem Alter kennen zu lernen, und ich im Amparo nicht wirklich etwas zu tun hatte. Das ist ja logisch bei einem so grossen Projekt; es handelt sich schliesslich um die groesste Maternidade in ganz Lateinamerika mit 70jaehriger Geschichte aufm Buckel, wie ich das verstanden habe. Da funktioniert alles in sich, sodass die kleine Deutsche natuerlich nicht sofort voll drin sein kann. Trotzdem konnte ich aber meine Enttaeuschung erstmal nicht unterdruecken, denn nur herumsitzen und zuschauen bei Aktivitaeten wie Basteln und Malen, wenn man doch richtig mithelfen will, war fuer mich erstmal sehr schwer zu akzeptieren.

Nun habe ich inzwischen aber gluecklicherweise einen Sprachkurs gefunden, der allerdings den ganzen Vormittag in Anpsruch nimmt, da er in einem anderen Stadtteil stattfindet und auf den Strassen hier - ausser spaet abends - einfach immer Stau herrscht, trotz 4- oder 5spuriger Fahrbahn (!!), sodass ich immer 45Min. mindestens im Bus verbringe, dann noch U-Bahn fahre und auch noch ein ganzes Stueck laufe. Daher komme ich immer erst gegen Nachmittag zum Amparo und bleibe dementsprechend nur ein paar Stunden. So habe ich mir erstmal alles angeschaut, um den Alltag im Alojamento (dem sozialen Bereich, wo die Frauen vor und nach der Geburt leben koennen, wenn sie kein zu Hause habe) kennenzulernen. Im Alojamento bin ich jetzt die erste Zeit und danach gehts dann in die Maternidade, den medizinischen Teil.
Nach knapp 2 Wochen habe ich dann aber doch mal mit verschiedenen Verantwortlichen gesprochen und ehrlich gesagt, wie ich mich fuehle. Das war auch gut so, denn Irmã Enir, die Praesidentin des Amparos, wollte eigentlich schon lange mit mir sprechen, war aber wegen der ganzen Jubilaeumsfeiern des Amparos in der letzten Zeit (bei denen ich auch ueberall war, sehr interessant) nicht dazu gekommen. Auf diesem Weg bin ich jetzt im Berçario gelandet, dem Teil, wo die Babys, die von den Muettern aus verschiedenen Gruenden nicht behalten werden koennen, gepflegt werden. Dort ist es fantastisch!! Die Arbeit mit den Babys macht mir unheimlich viel Spass, ich kann endlich wirklich helfen und besonders mit einer der Mitarbeiterinnen dort verstehe ich mich super! Sie hat mich auch schon eingeladen, mit ihr und ihrer Familie im September mal nach Campinas, einer schoenen, kleinen Stadt im Inland von São Paulo (Staat), zu fahren.
Seitdem ich dort bin, geht es mir auch viel besser, und so langsam gewoehne ich mich an das Leben in dieser Megametropole. Auch wenn ich die Natur unheimlich vermisse!!!! Bei mir in der "Naehe" gibt es auch einen fuer São Paulo Verhaeltnisse sehr schoenen Park, in dem man ganz gut laufen kann; da bin ich schonmal ganz zufreiden, aber gegen einen richtigen Wald ist das natuerlich nichts ;)!
Im Amparo kenne ich noch lange nicht alle, aber mit den Mitarbeitern, die immer um mich sind, verstehe ich mich sehr gut! Und inzwischen kann ich mich auch schon gut mit ihnen unterhalten. Das Portugiesischlernen macht wirklich viel Spass und geht ganz gut voran. Ich hab mich letzten sogar schon wunderbar mit einer Freundin meiner Portugiesischlehrerin aus Deutschland am Telefon unterhalten koennen und morgen treffen wir uns. Sie ist auch sehr naturbezogen, sodass ich hoffe, dass wir vielleicht mal zusammen loszockeln koennen. Ansonsten habe ich auch schon einen anderen Naturliebhaber und Backpacker ausfindig gemacht (ein Freund von Cristina, der letztens mit uns in der tollen "Sambabar" war) , der schon im Dschungel in Bahia war und auch sonst fuer Abenteuer zu haben ist. Er ist zwar schon am Arbeiten, aber wenn ich Fragen habe, kann ich mich immer an ihn wenden!

Naechstes Wochenende kann ich mich aber dann auf ein Naturerlebnis aller brasilianischen Art freuen: Ich bin naemlich von Noricas Familie eingeladen worden, mit ihnen von Freitag bis Montag (Montag ist naemlich Feiertag) an den Strand zu fahren! Cristina und einige Freunde von ihr kommen auch mit, sodass wir eine gute Truppe zusammen haben! Ich freue mich schon riesig!!! Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen!

Ansonsten bin ich im Moment dabei, irgendwelche Kirchengemeinden mit Jugendgruppen und vor allem auch Chor ausfindig zu machen und natuerlich - vor allem nach dem megadimegatollen Abend in der Bar mit Sambamusik - einen Sambakurs zu suchen. Ich hab auch sofort die CD der Gruppe, die dort in der Bar gespielt hat, gekauft. Ein Paar ist richtig abgegangen und hat die Megasambashow aufs Parkett - naja, besser gesagt aufn Beton, die Bar war naemlich ganz rustikal (so haben wir es doch gern ;)!!), bisschen abgewrackt, aber mit super Stimmung, einfach wie es sein muss - gelegt, sodas erstmal kein anderer getanzt hat ;).
Ja, abends ist hier immer irgendwas los, man braucht nur jemanden, mit dem man losziehen kann. Meine Mitbewohnerin ist da leider nicht sehr aktiv drin, sie bleibt lieber immer Zuhause. Aber ich strecke meine Fuehlerchen aus und werd schon die richtigen Kumpanen finden, da bin ich zuversichtlich!

Das war erstmal ein kurzer Ueberblick ueber meine letzten Wochen.... Ich hoffe, ich kann auch bald mal etwas mit Fotos auffuettern, aber das klappt bestimmt auch irgendwann. Nur nichts ueberstuerzen, schliesslich bin ich in Brasilien :)....und hier hat man Zeit!
Alles Liebe fuer euch alle!
Eure Johanna

Samstag, 15. August 2009

Primeira Semana

Obwohl ich hier ja eigentlich gar nicht im Busch trommle, ist es doch nicht so einfach, an einen Computer zu kommen. Aber nun habe ich ja mal wieder die Moeglichkeit, Rauchzeichen von mir zu geben.
Seit Anfang der Woche wohne ich jetzt zusammen mit Indigleides in unserer kleinen, netten Wohnung. Ich habe unsere Umgebung und das Amparo etwas naeher kennen gelernt und kann mich jetzt schon ganz gut hier - in unserem Teil der Stadt - orientieren. Hab mir natuerlich auch sofort eine Karte gesucht, um mir einen Ueberblick zu verschaffen. Einen Sprachkurs habe ich bis jetzt leider noch nicht gefunden, darum wird sich dann am Montag ganz konkret gekuemmert. Mit der Verstaendigung ist es stets sehr interessant, wuerd ich mal sagen. Ich verstehe es schon einigermassen - bis auf einige Worte natuerlich - sofern langsam und direkt zu mir gesprochen wird.
Im Amparo sind alle viel aelter als ich und auch Indigleides ist zwar unheimlich lieb und freundlich, aber eben nicht so die Aktivste. So war es dann auch klar, dass ich jetzt waehrend der Woche ein kleines Stimmungstief zwischendurch hatte, da ich mich etwas alleine fuehlte - eben ohne Gleichaltrige. Ihr fehlt mir alle im Moment wirklich sehr!
Sobald ich unter Menschen bin, geht es mir allerdings wieder bestens. Heute habe ich den Nachmittag mit Cristina und Freunden von ihr verbracht und werde jetzt gleich auch noch in irgendeine Bar gehen, wo es ordentlich Musik gibt!! Morgen habe ich den Tag auch schon verplant, sodass eigentlich keine Zeit mehr fuer Heimweh bleibt :)! Und wenn es dann am Montag noch mit dem Sprachkurs klappt (wir haben da heute etwas sehr Interessantes im Internet ausfindig gemacht), habe ich ja auch wieder die Moeglichkeit, Leute kennen zu lernen.
Ja, nach der ersten Begeisterung ist es halt in dieser Riesenstadt nicht so einfach, sich alles zusammenzusuchen, immer mus man aufpassen und die Verkehrsverbindungen sind auch nicht die besten. Aber das gehoert alles dazu und wird werden! Kann ja nicht immer alles so einfach sein, nech ?!
Ich bin jetzt jedenfalls wieder bester Laune und voller Zuversicht :), freue mich und geniesse das Leben, also keine Sorge, es geht mir wunderbar!!!!
Hab euch alle lieb!
Euer Hannabaer

Freitag, 7. August 2009

Chegada

Hiihaa!
Da bin ich nun in dieser Riesenmegastadt.... und bin total begeistert!!! Die Ankunft war ueberwaeltigend! Schon im Flugzeug kam ich nicht mehr aus dem Staunen heraus, als ich dieses Megalichtermeer sah, dass einfach kein Ende fand! Auf dem Weg vom Flughafen hab ich dann auch sofort das ganze Verkehrschaos miterlebt; mit viel Stau, den lebensmueden Motorradfahrern, die sich auf den sowie dem allgemein gewoehnungsbeduerftigen Fahrstil der Leute ;)! Aber es war super! Ich hab schon so viel gesehen und am Nachmittag sind wir dann auch schon zum Amparo gekurvt, um uns alles mal anzuschauen und hallo zu sagen. Ich war so richtig gluecklich, als wir durch das schoene Tor fuhren; die wunderbare Atmosphaere hat mir sofort gefallen! Als wir dann auch noch von Irma Enir, der Leirerin, und anderen, deren Namen ich leider wieder vergessen hab :), so herzlich begruesst wurden, konnte ich mein Glueck kaum fassen!! Ich freue mich wirklich riesig auf die Arbeit dort! Anschliessend sind wir noch bei dem Casa de Alemaes vorbeigefahren. Auch dort war der Empfang grossartig! Indigleides, eine junge, unheimlich nette Frau, die auch im Amparo arbeitet, hat uns ganz lieb begruesst und alles gezeigt. Im unteren Geschoss des wirklich schoenen Hauses wohnen eine schon aeltere Dame (auch eine Ordensschwetsre, die aber allein lebt) und eine Familie mit einer kleinen Tochter und im oberen werde ich mit Indigleides leben. Die Wohnung ist fantastisch!! Ganz hell, freundlich eingerichtet, mit super Blick, da das Haus am Hang liegt. Die Strasse ist auch der Burner: Steil und klein und holprig, wunderbar, da vergisst man doch glatt, dass man sich in einer Riesenstadt befindet ;) Ich war sofort begeistert und glaube, dass ich mich mit Indigleides sehr wohl fuehlen werde! Sie ist total lieb und unsere Nachbar unten auch!
So, und einen gruenen, gruenen Park gibt es auch noch in meiner "Naehe", den Parque Ibirapuera. Am Wochenende tobt da das Leben, mit vielen Open Air Konzerten und Sport und und und. Zu Fuss von unserer Wohnung aus sind das wohl so 30 bis 40 Minuten, also schoen das Joggbein schwingen oder eben den Bus nehmen.
Oh ja, ich freu mich schon auf mein neues Zuhause!
Aber momentan bin ich bis Montag ja noch bei der Cousine meiner Mutter (um mehrere Ecken herum) und deren Familie, die mich total lieb aufgenommen haben und mir alles zeigen. Die eine Tochter, die gerade die Uni beendet hat mit 22 Jahren (!) und schon arbeitet, hatte dann am Abend noch mit einigen Freundinnen eine Happy Hour, also Wein (uiuiui, nein ich hielt mich zurueck, war schon ziemlich muede) und Kaese und Brot, nicht Cocktailabend, wie ich erst vermutet hatte. Es war total schoen!! Irgendwann bin ich dann aber nach diesem ereignisreichen, wunderbaren Tag auch hundemuede in mein unglaublich gemuetliches Bett gefallen und habe erstmal knapp 13 Stunden geschlafen.
Ta bom! Euch allen ein wunderbar tolles Wochenende!

Euer Baerchen hat euch sooo lieb! Bis bald!

Mittwoch, 5. August 2009

Saìda

So, in 2 Stunden geht es schon ab zum Bahnhof. Ich bin total aufgeregt, freue mich aber megadimegadi!!!
Aus Brasilien gibt es dann den ersten richtigen Post, da ich mich etwas sputen muss, schließlich will Herr von Honigmoor auch nochmal bewegt werden!
Liebe Grüße von eurem Hannerle