Nossa Senhora, es ist so viel passiert in den letzten Wochen, ich will ja so viel erzaehlen und hab dennoch nicht genug Zeit jetzt (obwohl ich endlich mal wieder ins Internet vorgedrungen bin), da ich noch den Weg nach Hause antreten muss und es abends bei Dunkelheit in São Paulo bekanntlich nicht besonders ratsam ist, alleine durch die Strassen zu huschen. Aber naja, das laesst sich jetzt zwar nicht mehr so ganz verhindern, aber wir wollens ja nicht zu weit treiben lassen, nech?
Also, erstmal allen ganz lieben Dank, die mir zu meinem Geburtstag so lieb geschrieben und an mich gedacht haben! Ich habe mich so gefreut ueber eure Gruesse, wenn man so weit weg ist, sind diese Zeichen besonders wertvoll; da waren dann auch die Traenen vor Freude, Dankbarkeit und Sehnsucht nach euch (eine gute Mischung aus allem, wobei das Gluecklichsein doch ueberwog (?)) am Kullern.... Ich hatte einen wunderbaren Tag, bin von Suzanne, einer Kollegin und Freundin vom Pastoral da Escuta, eingeladen worden, das Wochenende mit ihr und ihren Verwandten zu verbringen. Die ganzen verwandtschaftlichen Beziehungen zu erklaeren, ist zu kompliziert und kostet wertvolle Zeit.... Am Samstag haben wir esrtmal zuenftig Feijoada gegessen (haut wirklich rein mit dem ganzen Fleisch und den Bohnen) und abends war ich dann mit einer Gruppe von Behinderten in einer Bar mit "Certaneja Band" (brasilianische Countrymusik); Mafé (Verwandte von Suzanne) macht so ein Projekt mit Behinderten, laed die Leute zum Wochenende ein, um etwas zu unternhmen. Die Stimmung in der Bar war super, wir haben viel getanzt, sodass ich schwingenden Hufes in meinen Geburtstag reinfeiern konnte, wunderbar!! Am naechsten Morgen ging es dann nach einem Staendchen zum Fruehstueck auch schon mit einer anderen Gruppe von Kindern weiter ins Aquarium, aber dank des starken brasilianischen Kaffees war Muedigkeit kein Problem...Mittags war ich mit Suzanne und der Familie ihrer Tochter in einem Restaurant essen, habe wieder ein Staendchen bekommen und danach hat auch schon - der in Osnabrueck verweilende Teil - meiner lieben Familie angerufen, sodass auch die deutsche Version nicht fehlte ;)! Das war toll, mal wieder mit ihnen zu telefonieren, da das in letzter Zeit doch wegen der vielen Aktivitaeten hier recht kurz kommt.
Anschliessend waren wir dann noch in einer Messe, einer tollen, lebendigen, mit Band und stimmungsvollen Liedern, sodass auch spirituelle Wuerze zum Gelingen des Tages beitrug! Hinterher gab es dann im Hause der Schwiegermutter des Sohnes von Suzanne eine Geburtstagsfeier mit ganz vielen netten Leuten, Pizza und riesigem, leckeren Schokogeburtstgaskuchen!! Ausser Suzanne habe ich alle erst dieses Wochenende kennen gelernt, aber dennoch war man sich so vertraut, ich ueber beide Ohren grinsegluecklich und mein Geburtstag in Brasilien ein ganz Besonderer, besonders Fantastischer!!!
Und wieder habe ich viele neue Kontakte geknuepft, hab wieder neue Einladungen bekommen und bin begeistert von der Herzlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit der Brasilianer!!
Und Mittwoch geht es dann schon weiter mit dem Feiern. Da ich mich so gut mit den Meninas verstehe und viele schon eher Freundinnen fuer mich geworden sind, habe ich ueberlegt auch mit ihnen ein bisschen zu feiern, da ich Sonntag ja nicht da war. Heute habe ich schon mit einigen der Schwangeren einen Kuchen gebacken und eingekauft und morgen wird eine der Monitoras Coxinhas und den Rest vorbereiten, da eine der Schwngeren, die ich jetzt die letzte Zeit immer begleitet habe zu den verschiedenen Untersuchungen und so, morgen hoechstwahrscheinlich ihr Kind bekommen wird, sodass ich in der Maternidade bin. Ich bin so dankbar, wie hilfsbereit alle sind und mit wieviel Freude mir alle helfen wollen und auch meine Hilfe gerne annehmen. Fuer die Meninas bin ich eher wie eine Freundin und Begleiterin, so werde ich oft den neuen vorgestellt, die ankommen, darueber bin ich unbeschreiblich gluecklich! Sie geben mir so viel zurueck und ich fuehle mich nicht nur akzepiert und toleriert von ihnen, sondern auch sehr wertgeschaetzt; das ist das schoenste fuer mich!!
Morgen werden wir dann nachmittags also schoen feiern, Spiele spielen und Kuchen essen, hihi!! Abends geht es dann zu Hause weiter mit Indigleides, Matia Emilia (die schon aeltere Dame, die unter und wohnt und mit der ich immer tolle Gespraeche fuehren kann), Roberta und Rozele (Tochter und Mutter, die ebenfalls unter uns wohnen), eventuell Irmã Enir, wenn sie es schafft, und dem Freund von Indigleides. Denn Roberta und Letzterer haben Donnerstag Geburtstag, sodass wir alle 3 zusammen feiern.
Naechste Woche werde ich dann noch eine kleine Feier mit Norica und ihrer Familie nachholen, weil ich im Moment voellig ausgebucht bin und sie auch die letzten Wochen gar nicht mehr gesehen habe, da sowohl sie, als auch ich bestens beschaeftigt waren.
Ihr seht also, am Feiern fehlt es mir hier nicht, genauso und das ist noch viel wichitger, an lieben Menschen!
Kommendes Wochenende werde ich endlich meine erste Wanderung unternehmen, von Registro nach Iguape durch die Mata Atlantica. Darauf freue ich mich schon megadimegadi!!! Als ich vor 3 Wochen in Iguape war, habe ich so viele Verwandte von Dinei, der Frau, die im Alojamento als Gast wohnt und mich eingeladen hatte, mit ihr zu kommen, kennen gelernt, dass ich gleich wieder eingeladen wurde von ihrem Neffen, die Wanderung doch mitzumachen. Freitagnachmittag gehts los und Sonntagabend kommen wir zurueck. Also keine besonders lange Wanderung, aber immerhin 60km und immerhin WANDERN und NATUR!!!
Ueber meine kleine Reise nach Iguape muss ich dann nochmal ausfuehrlicher schreiben, die war einfach grandios, aber das schaffe ich jetzt nicht mehr.....
Fotos kommen hoffentlich auch irgendwann mal wieder, geht ebenfalls nicht mehr klar jetzt....
Also, ihr Lieben, lasst euch gegruesst und gedrueckt fuehlen von eurem gleucklichen Hannerle!!
Ausflug mit einigen Meninas
Dienstag, 27. Oktober 2009
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Kaum zu glauben, aber ich habe es doch auch mal wieder ins Internet geschafft, hehe, allerdings bleibt mir nur noch wenig Zeit....
Daher nur kurze Zwischenbilanz: Mir geht es jetzt richtig gut und ich fuehle mich unheimlich wohl! Das Amparo ist ganz klar zum Mittelpunkt meines Lebens hier in Brasilien geworden; ich habe einfach so viel Freude daran, dort mitzuhelfen, und bekomme sehr viel positive Rueckkopplung, sodass ich merke, dass meine Hilfe gut gebraucht und wertgeschaetzt wird. Darueber bin ich besonders gluecklich und dankbar! So bleibe ich dann von Montag bis Freitag meistens 11 bis 12 Stunden dort, gehe 2x die Woche (wenn meine Arbeit im Amparo das zulaesst) zur Capoeira und bin wirklich nur zum Schlafen zu Hause. Am Wochenende bin ich auch eigentlich immer unterwegs (da ich es nicht mag, zu Hause zu bleiben mit meiner Mitbewohnerin, deren bester Freund der Fernseher ist), werde oft von Mitarbeitern/ Freunden eingeladen, mit und bei ihnen das Wochenende zu verbringen, sodass ich immer viel Neues und nette Menschen kennen lernen kann.
Letztes Wochenende war ich beispielsweise in Iguape, einer wunderschoenen, historisachen Kuestenstadt! Bald mehr, Zeit zu Ende ! Habe euch lieb!
Daher nur kurze Zwischenbilanz: Mir geht es jetzt richtig gut und ich fuehle mich unheimlich wohl! Das Amparo ist ganz klar zum Mittelpunkt meines Lebens hier in Brasilien geworden; ich habe einfach so viel Freude daran, dort mitzuhelfen, und bekomme sehr viel positive Rueckkopplung, sodass ich merke, dass meine Hilfe gut gebraucht und wertgeschaetzt wird. Darueber bin ich besonders gluecklich und dankbar! So bleibe ich dann von Montag bis Freitag meistens 11 bis 12 Stunden dort, gehe 2x die Woche (wenn meine Arbeit im Amparo das zulaesst) zur Capoeira und bin wirklich nur zum Schlafen zu Hause. Am Wochenende bin ich auch eigentlich immer unterwegs (da ich es nicht mag, zu Hause zu bleiben mit meiner Mitbewohnerin, deren bester Freund der Fernseher ist), werde oft von Mitarbeitern/ Freunden eingeladen, mit und bei ihnen das Wochenende zu verbringen, sodass ich immer viel Neues und nette Menschen kennen lernen kann.
Letztes Wochenende war ich beispielsweise in Iguape, einer wunderschoenen, historisachen Kuestenstadt! Bald mehr, Zeit zu Ende ! Habe euch lieb!
Samstag, 3. Oktober 2009
Endlich Fotos!!
Jetzt hab ich es doch tatsaechlich geschafft, endlich mal Fotos hochzuladen.... Anfangs etwas konfus (die beiden Bilder im vorherigen Post: links oben: ebenfalls auf einem Ausflug mit einigen der schwangeren Meninas; Cristina, ich, Simone, Leidiane - rechts unten: Kelli und ich), jetzt aber etwas geordneter, man lernt ja mit der Zeit, nech ;)?!
Die folgenden Fotos sind von einer kleinen Feier im Alojamento Social anlaesslich des Abschlusses eines Kurses einiger Meninas.
mit schwarzer Pullover und roter Bluse: Silvana
Chefin des Alojamentos
im Vordergrund mit karierte Bluse: Irmã Enir
Presidentin des gesamten Amparos
Mit Cristina und Francielle
Mit Simone und Carlos

Mit 2 funcionárias des Alojamentos, Jucelia
(professora, besonders kuenstlerisch begabt)
und Maria Helena (Berçarista, allerdings nachts,
sodass ich nicht mit ihr zusammenarbeite,
sondern sie nur ab und zu sehe)
Die folgenden Fotos sind von einer kleinen Feier im Alojamento Social anlaesslich des Abschlusses eines Kurses einiger Meninas.
mit schwarzer Pullover und roter Bluse: Silvana
Chefin des Alojamentos
im Vordergrund mit karierte Bluse: Irmã Enir
Presidentin des gesamten Amparos

Mit Cristina und FrancielleMit Simone und Carlos

Mit 2 funcionárias des Alojamentos, Jucelia
(professora, besonders kuenstlerisch begabt)
und Maria Helena (Berçarista, allerdings nachts,
sodass ich nicht mit ihr zusammenarbeite,
sondern sie nur ab und zu sehe)
Samstag, 26. September 2009
Diversos negócios fantásticos!!!

Lange hab ich mich nun nicht mehr gemeldet, was einmal daran lag, dass ich keinen Computer zur Hand hatte, dann aber vor allem, weil ich so viel Tolles zu tun hatte.... Jawoll, mir geht es momentan fabelhaft!! Letzte Woche, nachdem ich meinen Sprachkurs abgeschlossen hatte, habe ich mich dann auf die Suche nach Samba- und Sportmoeglichkeiten gemacht. Im Internet habe ich dann auch tatseachlich ein paar Adressen finden koennen, die ich dann mithilfe meiner supertollen, treuen Karte (oh ja, die hilft mir immer sehr und ich kenne mich jetzt immer besser in der Riesenstadt aus, zumindest im suedlichen Teil) nach der Arbeit und am Wochenende abgeklappert habe. Am Sonntag bin ich dann auch im Parque Ibirapuera durch Zufall, nachdem ich endlich mal wieder schoen joggen war, noch auf eine Capoeiragruppe gestossen, habe erstmal ganz fasziniert zugeschaut, dann aber gleich meine Chance genutzt und eine der Leiterinnen (wie es mir schien) angesprochen. Hihi, sie heisst Katia und war mega nett und wollte mir auch sofort helfen eine Capoeiraschule bei mir in der Naehe zu finden. So haben wir diese Woche oefter telefoniert und gesmst und ich war ganz begeistert, dass sie so zuverlaessig ist (ist hier naemlich nicht so selbstverstaendlich!). Letztendlich habe ich dann aber doch selbststaendig eine Schule gefunden. Katia will mir aber Bescheid sagen, wenn wieder etwas laeuft, sodass wir uns naeher kennen lernen koennen. Meine erste Capoeirastunde hatte ich auch schon. Wir waren eine kleine Gruppe mit 8 Leuten und es hat total viel Spass gemacht!!! Ich hatte auch schon meinen ersten "Kampf", da mir unser Lehrer sofort mehrere "Schritte" beigebracht hat - wie toll Phi, dann koennen wir bald zusammen Capoeira praktizieren, wenn wir uns treffen, ich freu mich schon ;). Die anderen Leute dort waren auch mega nett, ausser unserem Lehrer waren es nur Maedchen und alle mehr oder weniger in meinem Alter.

Nach dieser ersten Stunde bin ich dann noch schnell bei einer Tanzschule vorbeigehuscht, die zufaellig in der gleichen Strasse liegt, und wurde dort ebenfalls ganz herzlich empfangen! Hach, da war mein Tag doch perfekt! Und das Tolle ist auch noch, dass diese Schule Kurse wie "Rítmicos Brasileiros" anbietet, sodass ich ausser Samba auch noch Forró, Certaneja und andere brasilianische Taenze lernen kann - Papa, da kannst du dich also schonmal ruesten, nech ?!! Das ist aber noch nicht alles, die Schule geht auch oefter mal abends zusammen tanzen, um dann das Gelernte richtig anwenden zu koennen :), und veranstaltet auch mehrere Passeios, im November geht es zum Beispiel nach Florianópolis. Ob ich das alles mitmachen kann, werde ich natuerlich sehen, aber ich bin auf jeden Fall megadimegadi begeistert!! Ich gedenke, diesen Kurs dann immer sonntagsabends zu machen, da ich in der Woche Capoeirastunden habe.
Ab naechster Woche mache ich dann auch noch einen Kurs von der PUC (eine der tausend Unis hier, von der ich eine Professorin kennen gelernt habe, die mir das ganze auch sozusagen ermoeglicht hat) "Formação de Educador Social" mitmachen, der 5 Samstage jeweils den ganzen Tag geht. Darauf freue ich mich schon riesig und ich glaube, dass ich unheimlich viel lernen kann, einmal fuer meine Arbeit im Amparo mit den Frauen und Maedchen, dann aber auch generell im Gebiet der Sozialarbeit. Die Professorin, Maria Stela heisst die gute Frau uebrigens, eine unheimlich nette, kompetente und interessante Person, hat mir dann auch sofort angeboten, doch auch zu ihren Favelaprojekten (von denen sie mehrere leitet und betreut) regelmaessig mitzukommen und ein anderer ihrer Kollegen, Titsiu, hat mich auch sofort zu seinen Projekten eingeladen. Ich habe mich natuerlich sehr gefreut und bin sehr interessiert, diese Projekte alle kennen zu lernen, muss nur mal schauen, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. Schliesslich will ich das Amparo nicht zu kurz kommen lassen....
Denn dort ist es total grandios!!! Das ist die naechste wunderbare Neuigkeit.... Seitdem ich keinen Sprachkurs mehr habe, bin ich den ganzen Tag im Amparo beschaeftigt, was heisst, dass ich um 8Uhr dort anfange und zwischen 18 und 19Uhr nach Hause gehe bzw. zum Capoeirakurs (juhuu!!). Ich koennte auch eher gehen oder spaeter kommen, da sind die alle sehr locker und offen, aber ich fuehle mich einfach so wohl im Amparo, dass ich gerne so lang bleibe. Im Berçário wird zudem meine Hilfe auch gut gebraucht, da die Berçáristas immer alleine sind und das schon sehr viel Arbeit macht. Umso mehr freue ich mich aber und stuerze mich freudig auf die Arbeit mit den niedlichen Babys. Besonders einige sind mir schon besonders ans Herz gewachsen!
Nach dem Sprachkursende habe ich auch sofort mit Irmã Enir (Leiterin des gesamten Amparos) gesprochen und mit ihr und Silvana (Chefin des Alojamentos) abgemacht, dass ich montags, mittwochs und freitags die ganzen Zeit im Berçário arbeite und dienstags und donnerstags mit den Meninas. Mit Letzteren verstehe ich mich naemlich unheimlich gut und speziell einige habe ich schon in mein Herz geschlossen. Dank meiner sich gut verbessernden Sprachkenntnisse - mein Englisch ist allerdings momentan aeusserst duerftig, Gruss an Marlene (in Arcoverde ;)!) - kann ich mich inzwischen schon wunderbar mit ihnen unterhalten. Sie erzaehlen viel und oft sehr offen.... Vieles ist auch sehr erschreckend und macht mich sehr betroffen.... Sie sind aber immer so lieb und freundlich zu mir und freuen sich, dass ich jetzt auch wieder mehr mit ihnen zusammen bin. Denn als ich wegen des Sprachkurses nur im Berçário war, haben sie immer wieder gefragt, warum ich denn nicht mehr Zeit mit ihnen verbringe. Vormittags sind im Alojamento auch zuseatzlich immer noch freiwillige Frauen vom "Pastoral da Escuta" beschaeftigt. Sie haben vorrangig eine psychologische Aufgabe, sprechen viel mit den Meninas und hoeren ihnen zu, da an sie Vieles getragen wird, was die Meninas mit den Frauen vom Serviço Social nicht besprechen wollen. Zusaetzlich zeigen sie aber auch den Umgang mit den Kindern, klaeren die Meninas ueber spezielle Themen (z.B. den Ablauf der Geburt) auf und helfen bei kleineren medizinischen Angelegenheiten. Am vergangenen Dienstag habe ich dann Mônica vom Pastoral da Escuta begleitet, was richtig toll war, weil wir uns sehr gut unterhalten haben und sie mir viel ueber die Meninas erzaehlt hat und so. Obwohl sie einen spanischen Akzent hat (sie ist naemlich gebuertige Argentinierin), konnte ich sie sehr gut verstehen und habe sie auch von Anfang an sehr gerne gehabt. Sie ist unheimlich lieb und herzlich, aber auch unternehmungslustig und hat mir auch schon angeboten, dass sie mir verschiedene Orte ausserhalb São Paulos zeigt. Da war ich doch gleich sehr gluecklich, weil ich wirklich gerne mit ihr zusammen bin. Gestern Abend (Freitag) hat sie mich auch mitgenommen in ihr argentinisches Restaurant, das ihr Mann vor 6 Jahren gegruendet hat. Freitags gibt es naemlich immer Musik und Tango - Lari, das waere auch was fuer dich gewesen! War wirklich wunderbar!! Ich habe natuerlich auch verschiedene Spezialitaeten ausprobiert, z.B. eine Wurst aus Zwiebeln, vielen Gewuerzen und anderem, die in Rinderblut gebraten wurde - kommt dir das bekannt vor Wuppi?. Zu meiner eigenen Ueberraschung hat die wirklich gut geschmeckt! Wir hatten echt nen tollen Abend zusammen!
Zusaetzlich zu dieser Taetigkeit habe ich dann letzte Woche auch spontan auf Anfrage von Silvana meine erste Englischstunde fuer 2 Meninas gegeben, was gar nicht so einfach war, da die Aussprache recht schwierig fuer sie ist und ich ja auch gar nicht drauf vorbereitet war. Es haben jetzt auch noch weitere nachgefragt, sodass ich mir mal ein bisschen etwas ueberlegen muss, um System in die Sache zu bekommen. Denn ansonsten wird diese Aktion bestimmt nicht besonders fruchten...
Meine Idee der Schwangerschafts- und Rueckbildungsgymnastik wird auch weiterhin verfolgt; momentan bin ich dabei, mir das Wichtigste aus den deutschen Buechern zu uebersetzen, bei dem speziellen Wortschatz bin ich dann auch immer fleissig am Erfinden und Zusammenschustern von Worten. Aber ich werde ja das gesamte Programm vorher mit Silvana durchsprechen und dann auch noch unserem Chefarzt vorstellen muessen, sodass dann bestimmt noch das passende Vokabular gefunden werden kann. Silvana hat mir letztens auch vorgeschlagen, dass ich mich vielleicht mit einer anderen Frau zusammensetzen koennte, die Yogauebungen mit den Frauen machen moechte. Das wuerde ja gut zusammen passen, mal schauen was so daraus wird.... Aber ich glaube, das wird sich alles entwickeln. Geduld zu haben, habe ich hier bisher schon ganz gut lernen koennen ;)....
Waehrend des Mittagsessens (stets feijão und arroz und dann immer noch Fleisch - ich habe in meinem Leben noch nicht so viel bzw. fast taeglich Fleisch gegessen, wie hier - und 1x die Woche auch Fisch, manchmal noch irgendein Gemuese; wirklich aber ganz gut und lecker) habe ich immer gut die Moeglichkeit, noch andere Mitarbeiter des Amparos anzutreffen. So habe ich auch schon mit ein paar Aerzten und Krankenschwestern aus der Maternidade gesprochen, die sich schon freuen, wenn ich dann zu ihnen komme. Darauf freue ich mich auch schon besonders, denn in der Maternidade gibt es auch verschiedene Felder, die ich kennen lernen kann.
Letzten Donnerstag habe ich dann ein paar Schwangere zu einem.... ja Schwangerentreffen/-kurs begleitet, der ueber 10 Wochen geht. Dieses Mal war Pré-Natal das Thema. Ich weiss noch nicht genau, ob ich jeden Donnerstag mitkommen kann, faend es aber natuerlich sehr interessant, da ich so noch vieles lernen koennte.... Zudem ist es auch immer gut fuer mein Portugiesisch, da ich merke, dass ich bei solchen Vortraegen schon das meiste inzwischen verstehe und mir bestimmte Redewendungen bzw. die Konstruktion von Ausdruecken immer mal wieder bekannt vorkommen.
Jaja, im Amparo bin ich, wie ihr merkt, also unheimlich gluecklich!
Das kann ich von meinem zu Hause leider nicht ganz so behaupten. An sich ist eigentlich alles in Ordnung, nur mit meiner Mitbewohnerin, die ja auch im Amparo arbeitet, allerdings immer nachts, fuehle ich mich irgendwie nicht so wohl. Es ist schwer zu beschreiben, weshalb. Es liegt, glaube ich einfach an ihrer Art.... Sie macht eigentlich nichts, ausser jede 2. Nacht zu arbeiten, einzukaufen und fernzusehen, und sagt selbst, dass sie am liebsten zu Hause ist und nicht gerne ausgeht, mit der Mêtro oder dem Bus faehrt, sich also nur hier in der Naehe herumtreibt. Das find ich natuerlich etwas schade, da ich gedacht hatte, dass man vielleicht mal etwas zusammen unternehmen koennte, aber ist ja nicht so schlimm. Das einzige, was mich wirklich stoert, ist, dass sie so kuehl und nicht besonders herzlich ist, sodass ich keine richtige, freundschaftliche Beziehung zu ihr aufbauen kann. Deshalb fuehle ich mich mit ihr einfach etwas unwohl und hab es eigentlich lieber, wenn sie nicht zu Hause ist, was bei mir schon was heissen soll, da ich eigentlich am liebsten unter Menschen bin! Aber das geht schon in Ordnung, im Moment auf jeden Fall. Am Wochenende versuche ich deshalb, so viel wie moeglich weg zu sein udn zu unternehmen, da ich sonst sehr schnell traurig werde. Aber jetzt hab ich mir ja so viel zusammengesucht, sodass ich viel zu tun und auch die Moeglichkeit habe, noch ausserhalb des Amparos Leute kennen zu lernen.
Also wenn ich schreibe, werden das immer gleich solche Megaeintraege, sorry. Ich will eure Geduld und Konzentration ja nicht ueberstrapazieren...... Aber im Amparo sind verschiedene Internetseiten leider gesperrt (natuerlich auch mein E-Mailanbieter), sodass ich nur ab und zu mal ins Internet komme und dann dementsprechen viel zu berichten habe.... Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spass, meine Eintraege zu lesen :)!!!
Hab euch sehr lieb und vermisse euch!
Bis bald, das Hannerle
Dienstag, 15. September 2009
endereço
Ich stell euch dann auch mal schnell meine Adresse hier herein, an die ihr ganz viele Briefe schreiben duerft ;)....
Amparo Maternal - Johanna Schulze-Ardey
Rua Loefgreen 1901
04040-030 Vila Clementino
São Paulo, S.P.
Brasil
Amparo Maternal - Johanna Schulze-Ardey
Rua Loefgreen 1901
04040-030 Vila Clementino
São Paulo, S.P.
Brasil
Freitag, 4. September 2009
Juhuu!
Hiiiiha!!! Ich bin ja so gluecklich! Gestern morgen rief mich meine Mutter an, bevor ich zum Bus sprintete, und und und und....... hat mir eroeffnet, dass der Zulassungsbescheid aus FREIBURG gekommen ist!!!!!! Ist das nicht megadimegadi-grandios?! Ich habe mich so unglaublich gefreut, dass sofort vor Begeisterung die Traenen kullerten :)!!
Ist zwar jetzt nicht Brasilienwelt, aber das musste ich euch doch schnell erzaehlen!
Jetzt gehts aber ab an die Kueste! Natur, Meer, gute Luft, ich kommeeee! Ja, etwas Gruen vermisse ich hier schon in meinem Paulolein, aber ansonsten geht es mir wunderbar!! Das Amparo ist grosse Klasse mit den vielen netten, lieben Menschen, niedlichen Babys (mit grossen dunkelbraunen Augen! Leider darf ich von ihnen keine Fotos machen) und vielfaeltigen Moeglichkeiten. Inzwischen kann ich auch richtig mithelfen, was mich sehr gluecklich macht! Mit der Zeit werde ich auch immer unabhaengiger, bin letzten Mittwoch beispielsweise ganz allein durch halb São Paulo per ônibus getourt, um mich bei der Polícia Federal registrieren zu lassen. Mit 1000mal umsteigen (und hier haben die Bushaltestellen keine Namen, geschweige denn, dass irgendein Ort angesagt wird) war das wirklich ganz interessant.... der meist klapprige Bus rast in einem Affenzahn durch die nicht besonders gut geteerten Strassen und haelt nur, wenn man sich rechtzeitig bemerkbar macht. Perfekt also, dass ich die noerdliche Gegend gar nicht kannte ;), aber immerhin mein Ziel, sodass ich mit fleissigem Durchfragen doch schliesslich ankam. Der Rueckweg hat dann doppelt so lange gedauert, weiles gerade Rushhour war. Aber ich habs geschafft!
So, wir muessen! Bis bald!
Ist zwar jetzt nicht Brasilienwelt, aber das musste ich euch doch schnell erzaehlen!
Jetzt gehts aber ab an die Kueste! Natur, Meer, gute Luft, ich kommeeee! Ja, etwas Gruen vermisse ich hier schon in meinem Paulolein, aber ansonsten geht es mir wunderbar!! Das Amparo ist grosse Klasse mit den vielen netten, lieben Menschen, niedlichen Babys (mit grossen dunkelbraunen Augen! Leider darf ich von ihnen keine Fotos machen) und vielfaeltigen Moeglichkeiten. Inzwischen kann ich auch richtig mithelfen, was mich sehr gluecklich macht! Mit der Zeit werde ich auch immer unabhaengiger, bin letzten Mittwoch beispielsweise ganz allein durch halb São Paulo per ônibus getourt, um mich bei der Polícia Federal registrieren zu lassen. Mit 1000mal umsteigen (und hier haben die Bushaltestellen keine Namen, geschweige denn, dass irgendein Ort angesagt wird) war das wirklich ganz interessant.... der meist klapprige Bus rast in einem Affenzahn durch die nicht besonders gut geteerten Strassen und haelt nur, wenn man sich rechtzeitig bemerkbar macht. Perfekt also, dass ich die noerdliche Gegend gar nicht kannte ;), aber immerhin mein Ziel, sodass ich mit fleissigem Durchfragen doch schliesslich ankam. Der Rueckweg hat dann doppelt so lange gedauert, weiles gerade Rushhour war. Aber ich habs geschafft!
So, wir muessen! Bis bald!
Samstag, 29. August 2009
Estou acostumando-me
Wunderbare Sonnengruesse aus Brasilien! Nach einer wirklich kalten Regenperiode - ich war jeden Tag trotz schichtenweise Klamotten durchgefroren, obwohl 15ºC ja eigentlich gar nicht so kalt sind, naja hier schon, besonders im Haus, ohne Heizung, ohne Isolierung, nur mit Klimaanlage :) und staendig Durchzug macht sich das schon bemerkbar, aber man gewoehnt sich dran -haben wir nun endlich wieder Sommerwetter, obwohl es ja noch Winter ist. Also kein Grund sich zu beschweren. Ich bin mal gespannt, wie es waermemaessig so im Sommer abgeht!
Nun bin ich schon 3 Wochen hier und habe kaum von mir hoeren lassen. Das tut mir sehr Leid, aber versuche jetzt mal etwas aufzuholen....
Also, die ersten Wochen waren immer wieder mit kleinen Heimwehschueben durchzogen, was vor allem daran lag, dass es sehr schwierig war, Leute in meinem Alter kennen zu lernen, und ich im Amparo nicht wirklich etwas zu tun hatte. Das ist ja logisch bei einem so grossen Projekt; es handelt sich schliesslich um die groesste Maternidade in ganz Lateinamerika mit 70jaehriger Geschichte aufm Buckel, wie ich das verstanden habe. Da funktioniert alles in sich, sodass die kleine Deutsche natuerlich nicht sofort voll drin sein kann. Trotzdem konnte ich aber meine Enttaeuschung erstmal nicht unterdruecken, denn nur herumsitzen und zuschauen bei Aktivitaeten wie Basteln und Malen, wenn man doch richtig mithelfen will, war fuer mich erstmal sehr schwer zu akzeptieren.
Nun habe ich inzwischen aber gluecklicherweise einen Sprachkurs gefunden, der allerdings den ganzen Vormittag in Anpsruch nimmt, da er in einem anderen Stadtteil stattfindet und auf den Strassen hier - ausser spaet abends - einfach immer Stau herrscht, trotz 4- oder 5spuriger Fahrbahn (!!), sodass ich immer 45Min. mindestens im Bus verbringe, dann noch U-Bahn fahre und auch noch ein ganzes Stueck laufe. Daher komme ich immer erst gegen Nachmittag zum Amparo und bleibe dementsprechend nur ein paar Stunden. So habe ich mir erstmal alles angeschaut, um den Alltag im Alojamento (dem sozialen Bereich, wo die Frauen vor und nach der Geburt leben koennen, wenn sie kein zu Hause habe) kennenzulernen. Im Alojamento bin ich jetzt die erste Zeit und danach gehts dann in die Maternidade, den medizinischen Teil.
Nach knapp 2 Wochen habe ich dann aber doch mal mit verschiedenen Verantwortlichen gesprochen und ehrlich gesagt, wie ich mich fuehle. Das war auch gut so, denn Irmã Enir, die Praesidentin des Amparos, wollte eigentlich schon lange mit mir sprechen, war aber wegen der ganzen Jubilaeumsfeiern des Amparos in der letzten Zeit (bei denen ich auch ueberall war, sehr interessant) nicht dazu gekommen. Auf diesem Weg bin ich jetzt im Berçario gelandet, dem Teil, wo die Babys, die von den Muettern aus verschiedenen Gruenden nicht behalten werden koennen, gepflegt werden. Dort ist es fantastisch!! Die Arbeit mit den Babys macht mir unheimlich viel Spass, ich kann endlich wirklich helfen und besonders mit einer der Mitarbeiterinnen dort verstehe ich mich super! Sie hat mich auch schon eingeladen, mit ihr und ihrer Familie im September mal nach Campinas, einer schoenen, kleinen Stadt im Inland von São Paulo (Staat), zu fahren.
Seitdem ich dort bin, geht es mir auch viel besser, und so langsam gewoehne ich mich an das Leben in dieser Megametropole. Auch wenn ich die Natur unheimlich vermisse!!!! Bei mir in der "Naehe" gibt es auch einen fuer São Paulo Verhaeltnisse sehr schoenen Park, in dem man ganz gut laufen kann; da bin ich schonmal ganz zufreiden, aber gegen einen richtigen Wald ist das natuerlich nichts ;)!
Im Amparo kenne ich noch lange nicht alle, aber mit den Mitarbeitern, die immer um mich sind, verstehe ich mich sehr gut! Und inzwischen kann ich mich auch schon gut mit ihnen unterhalten. Das Portugiesischlernen macht wirklich viel Spass und geht ganz gut voran. Ich hab mich letzten sogar schon wunderbar mit einer Freundin meiner Portugiesischlehrerin aus Deutschland am Telefon unterhalten koennen und morgen treffen wir uns. Sie ist auch sehr naturbezogen, sodass ich hoffe, dass wir vielleicht mal zusammen loszockeln koennen. Ansonsten habe ich auch schon einen anderen Naturliebhaber und Backpacker ausfindig gemacht (ein Freund von Cristina, der letztens mit uns in der tollen "Sambabar" war) , der schon im Dschungel in Bahia war und auch sonst fuer Abenteuer zu haben ist. Er ist zwar schon am Arbeiten, aber wenn ich Fragen habe, kann ich mich immer an ihn wenden!
Naechstes Wochenende kann ich mich aber dann auf ein Naturerlebnis aller brasilianischen Art freuen: Ich bin naemlich von Noricas Familie eingeladen worden, mit ihnen von Freitag bis Montag (Montag ist naemlich Feiertag) an den Strand zu fahren! Cristina und einige Freunde von ihr kommen auch mit, sodass wir eine gute Truppe zusammen haben! Ich freue mich schon riesig!!! Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen!
Ansonsten bin ich im Moment dabei, irgendwelche Kirchengemeinden mit Jugendgruppen und vor allem auch Chor ausfindig zu machen und natuerlich - vor allem nach dem megadimegatollen Abend in der Bar mit Sambamusik - einen Sambakurs zu suchen. Ich hab auch sofort die CD der Gruppe, die dort in der Bar gespielt hat, gekauft. Ein Paar ist richtig abgegangen und hat die Megasambashow aufs Parkett - naja, besser gesagt aufn Beton, die Bar war naemlich ganz rustikal (so haben wir es doch gern ;)!!), bisschen abgewrackt, aber mit super Stimmung, einfach wie es sein muss - gelegt, sodas erstmal kein anderer getanzt hat ;).
Ja, abends ist hier immer irgendwas los, man braucht nur jemanden, mit dem man losziehen kann. Meine Mitbewohnerin ist da leider nicht sehr aktiv drin, sie bleibt lieber immer Zuhause. Aber ich strecke meine Fuehlerchen aus und werd schon die richtigen Kumpanen finden, da bin ich zuversichtlich!
Das war erstmal ein kurzer Ueberblick ueber meine letzten Wochen.... Ich hoffe, ich kann auch bald mal etwas mit Fotos auffuettern, aber das klappt bestimmt auch irgendwann. Nur nichts ueberstuerzen, schliesslich bin ich in Brasilien :)....und hier hat man Zeit!
Alles Liebe fuer euch alle!
Eure Johanna
Nun bin ich schon 3 Wochen hier und habe kaum von mir hoeren lassen. Das tut mir sehr Leid, aber versuche jetzt mal etwas aufzuholen....
Also, die ersten Wochen waren immer wieder mit kleinen Heimwehschueben durchzogen, was vor allem daran lag, dass es sehr schwierig war, Leute in meinem Alter kennen zu lernen, und ich im Amparo nicht wirklich etwas zu tun hatte. Das ist ja logisch bei einem so grossen Projekt; es handelt sich schliesslich um die groesste Maternidade in ganz Lateinamerika mit 70jaehriger Geschichte aufm Buckel, wie ich das verstanden habe. Da funktioniert alles in sich, sodass die kleine Deutsche natuerlich nicht sofort voll drin sein kann. Trotzdem konnte ich aber meine Enttaeuschung erstmal nicht unterdruecken, denn nur herumsitzen und zuschauen bei Aktivitaeten wie Basteln und Malen, wenn man doch richtig mithelfen will, war fuer mich erstmal sehr schwer zu akzeptieren.
Nun habe ich inzwischen aber gluecklicherweise einen Sprachkurs gefunden, der allerdings den ganzen Vormittag in Anpsruch nimmt, da er in einem anderen Stadtteil stattfindet und auf den Strassen hier - ausser spaet abends - einfach immer Stau herrscht, trotz 4- oder 5spuriger Fahrbahn (!!), sodass ich immer 45Min. mindestens im Bus verbringe, dann noch U-Bahn fahre und auch noch ein ganzes Stueck laufe. Daher komme ich immer erst gegen Nachmittag zum Amparo und bleibe dementsprechend nur ein paar Stunden. So habe ich mir erstmal alles angeschaut, um den Alltag im Alojamento (dem sozialen Bereich, wo die Frauen vor und nach der Geburt leben koennen, wenn sie kein zu Hause habe) kennenzulernen. Im Alojamento bin ich jetzt die erste Zeit und danach gehts dann in die Maternidade, den medizinischen Teil.
Nach knapp 2 Wochen habe ich dann aber doch mal mit verschiedenen Verantwortlichen gesprochen und ehrlich gesagt, wie ich mich fuehle. Das war auch gut so, denn Irmã Enir, die Praesidentin des Amparos, wollte eigentlich schon lange mit mir sprechen, war aber wegen der ganzen Jubilaeumsfeiern des Amparos in der letzten Zeit (bei denen ich auch ueberall war, sehr interessant) nicht dazu gekommen. Auf diesem Weg bin ich jetzt im Berçario gelandet, dem Teil, wo die Babys, die von den Muettern aus verschiedenen Gruenden nicht behalten werden koennen, gepflegt werden. Dort ist es fantastisch!! Die Arbeit mit den Babys macht mir unheimlich viel Spass, ich kann endlich wirklich helfen und besonders mit einer der Mitarbeiterinnen dort verstehe ich mich super! Sie hat mich auch schon eingeladen, mit ihr und ihrer Familie im September mal nach Campinas, einer schoenen, kleinen Stadt im Inland von São Paulo (Staat), zu fahren.
Seitdem ich dort bin, geht es mir auch viel besser, und so langsam gewoehne ich mich an das Leben in dieser Megametropole. Auch wenn ich die Natur unheimlich vermisse!!!! Bei mir in der "Naehe" gibt es auch einen fuer São Paulo Verhaeltnisse sehr schoenen Park, in dem man ganz gut laufen kann; da bin ich schonmal ganz zufreiden, aber gegen einen richtigen Wald ist das natuerlich nichts ;)!
Im Amparo kenne ich noch lange nicht alle, aber mit den Mitarbeitern, die immer um mich sind, verstehe ich mich sehr gut! Und inzwischen kann ich mich auch schon gut mit ihnen unterhalten. Das Portugiesischlernen macht wirklich viel Spass und geht ganz gut voran. Ich hab mich letzten sogar schon wunderbar mit einer Freundin meiner Portugiesischlehrerin aus Deutschland am Telefon unterhalten koennen und morgen treffen wir uns. Sie ist auch sehr naturbezogen, sodass ich hoffe, dass wir vielleicht mal zusammen loszockeln koennen. Ansonsten habe ich auch schon einen anderen Naturliebhaber und Backpacker ausfindig gemacht (ein Freund von Cristina, der letztens mit uns in der tollen "Sambabar" war) , der schon im Dschungel in Bahia war und auch sonst fuer Abenteuer zu haben ist. Er ist zwar schon am Arbeiten, aber wenn ich Fragen habe, kann ich mich immer an ihn wenden!
Naechstes Wochenende kann ich mich aber dann auf ein Naturerlebnis aller brasilianischen Art freuen: Ich bin naemlich von Noricas Familie eingeladen worden, mit ihnen von Freitag bis Montag (Montag ist naemlich Feiertag) an den Strand zu fahren! Cristina und einige Freunde von ihr kommen auch mit, sodass wir eine gute Truppe zusammen haben! Ich freue mich schon riesig!!! Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen!
Ansonsten bin ich im Moment dabei, irgendwelche Kirchengemeinden mit Jugendgruppen und vor allem auch Chor ausfindig zu machen und natuerlich - vor allem nach dem megadimegatollen Abend in der Bar mit Sambamusik - einen Sambakurs zu suchen. Ich hab auch sofort die CD der Gruppe, die dort in der Bar gespielt hat, gekauft. Ein Paar ist richtig abgegangen und hat die Megasambashow aufs Parkett - naja, besser gesagt aufn Beton, die Bar war naemlich ganz rustikal (so haben wir es doch gern ;)!!), bisschen abgewrackt, aber mit super Stimmung, einfach wie es sein muss - gelegt, sodas erstmal kein anderer getanzt hat ;).
Ja, abends ist hier immer irgendwas los, man braucht nur jemanden, mit dem man losziehen kann. Meine Mitbewohnerin ist da leider nicht sehr aktiv drin, sie bleibt lieber immer Zuhause. Aber ich strecke meine Fuehlerchen aus und werd schon die richtigen Kumpanen finden, da bin ich zuversichtlich!
Das war erstmal ein kurzer Ueberblick ueber meine letzten Wochen.... Ich hoffe, ich kann auch bald mal etwas mit Fotos auffuettern, aber das klappt bestimmt auch irgendwann. Nur nichts ueberstuerzen, schliesslich bin ich in Brasilien :)....und hier hat man Zeit!
Alles Liebe fuer euch alle!
Eure Johanna
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