Huhuuuu, ja es gibt mich auch noch, wenn auch kaum hier auf dem Blog, dafuer aber umso mehr im brasilianischen Leben!
Nachdem ich jetzt mal wieder Internetzugang habe, hab ich mich erstmal durch ganz viele interessante, tolle Blogs gelesen und mich nen Megakeks gefreut, dass es allen so gut geht und froehlich die Welt entdecken.....
Ich fange jetzt mal einfach im Dezember an, auch wenn es noch so viel von davor zu berichten gaebe, aber dafuer ist es jetzt wirklich etwas spaet, kommt dann hinterher im Original....
Also, das WE ueber den ersten Advent war ich 3 Tage mit einer Jugendgruppe aus einer der unzaehligen Favelas hier in Peruíbe, einem netten Oertchen an der Kueste São Paulos. Meine Yogafreundin Angela, die aus der Dominikanischen Republik kommt, hatte mich eingeladen. Sie gibt dort in dieser Favela naemlich Spanischunterricht, an dem ich auch schon einmal teilgenommen habe, und hatte mich eingeladen, auch mitzukommen. Es war total toll, eine wunderbare Erfahrung und unheimlich interessant. Die Jugendlichen waren im Alter von 14 bis 21 und alle total nett, interessiert an mir, haben mich voll akzeptiert und intergiert.... Wir haben uns gut verstanden, haben verschiedene gruppendynamische Spiele gemacht, hatten Gespraechskreise bezueglich Erwartungen, Hoffnungen und Wuensche fuer die Zukunft, Ausbildung, Beruf uns so, waren am Strand und haben in der Piscina getobt bis zum Abwinken! Die meisten der Jugendlichen konnten noch nicht schwimmen, da sie halt nie die
Moeglichkeit dazu hatten, sodass ich versucht habe, ihnen die Grundlagen etwa beizubringen. Dieser Ausflug war angedacht als Retiro, was so eine Art Rueckzug ist, um nachzudenken, sich zu sammeln und so, auf spirituelle und auch religioese Art. War wirklich spitze, hab ich total genossen, vor allem auch, weil es das WE war, an dem mein Opa beerdigt wurde, sodass ich dankbar war, Zeit zur Besinnung, zum Nachdenken, Abschiednehmen, wenn auch auf so weite Distanz, zu haben und mit lieben Menschen zusammen zu sein.
Das folgende WE ueber den 2. Advent war ich dann in Campos do Jordão, eine huebschen, europaeisch anmutenden Ort in den "Bergen"- also etwas hoeher gelegen, nicht wirklich Berge - im Norden des Staates São Paulo. Auch hier war ich mit Angela. Sie gibt naemlich Yogakurse fuer die Angestellten des Colégios, wo wir uns auch immer treffen und wo ich auch schon einige Male Veranstaltungen von der Capoeira aus hatte, und mit diesen sind wir losgezogen, ebenfalls als Retiro. Natuerlich wurde viel Yoga gemcht, aber auch andere Gruppen"spiele" mit Tanzen, Massage (ahhh, das tat gut ;)!!) und Stille, also Schweigehalbestunde. Am Sonntag gings dann noch runter in die Stadt zum Kennenlernen, hehe, mit vielen deutschen und schweizer Restaurants und Fachwerkhaeusern, da fuehlte ich mich doch gleich heimisch! Ich fands alles wunderbar und find es toll, dass ich immer irgendwie die Moeglichkeit hab, mehr kennen zu lernen und immer mal wieder dem Grossstadttrubel São Paulos zu entfliehen!!!
In der folgenden Woche hatte ich dann jeden Abend Capoeiratraining, weil wir am folgenden WE eine Presentation im Colégio hatten. Ich war so gluecklich, dass ich es tatsaechlich mit meiner Arbeit im Amparo vereinbaren konnte, immer hinzugehen, es tat so gut, viel Bewegung zu haben und sich "auszutoben". Ausserdem habe ich viel schneller gelernt - grrr, was jetzt wahrscheinlich schon wieder verlent habe ueber die Feiertage, aber dazu spaeter -. Capoeira ist einfach klasse, grandios, vielseitig, ja, das trifft es wohl!!
Am WE war ich dann erst Samstag bei der Capoeira und bin dann abends zu meiner "Freundesfamilie" gefahren. Also, ich werd das hier mal etwas besser erklaeren wie die Verbindung zu Stande gekommen ist. Im Amparo arbeite ich einmal in der Woche u.a. mit Suzanne zusammen, die eine der Freiwilligen der Pastoral da Escuta (siehe Zwischenbericht) ist. An dem WE meines Geburtstages hat sie mich mit zu ihrer Familie genommen, wo ich dann ihren Sohn, Ricardo, kennengelernt habe, der schon verheiratet ist und 2 Toechter (total niedlich und lieb!!) im Alter von 6 und 9 Jahren hat. Seine Frau, Belita (Spitzname), hat eine grosse, unheinlich gastfreundliche Familie, die ich inzwischen auch schon einschliesslich diverser Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins und was es noch so alles gibt kenne. Suzanne, Ricardo+Familie und die Familie von Belita wohnen allesamt quasi als Nachbarn in der gleichen Strasse und machen sehr viel zusammen, haben einen sehr guten Familienzusammenhalt, der sogar fuer brasilianische Verhaeltnisse phaenomenal ist. Die Eltern von Belita, Eliana und Eli, sind total nett, lieb und unkompliziert. Ausser Belita (30)haben sie noch 3 weitere Kinder: Graziela (32 und Pferde- und Hundeliebhaberin!!), Luis (28, er hat Daumsyndrom, ist aber sehr selbststaendig, arbeitet auch und ganz lieb im Umgang) und Maria Fernanda, genannt Mafe (25). Ich verstehe mich mit allen wunderbar, hab sie unheimlich lieb; sie sind wie meine Gastfamilie hier. Wir machen viel zusammen an den Wochenenden, gehen abends weg, besuchen Ausstellungen, ahh ja und gehen auch viel in die Kirche, sie sind naemlich sehr glaeubig, aber auf sehr bewusste und angenehme Art und Weise, wie ich finde; ich bin so dankbar, dass ich sie kennengelernt habe.
Am Wochenende des 4.Advents war ich Freitagsabends beispielsweise mit ihnen und einer grossen Gruppe von Personen mit Daumsyndrom (sie organisieren naemlich immer ca. 2x im Monat Ausfluege oder Veranstaltungen fuer Personen mit dieser Behinderung, um sie mehr in die Gesellschaft zu intergieren, fantastisch) bei einer grossen Show einer bekannten Certanejagruppe, Certaneja ist die brasilianische Countrymusic, die alle lieben, die aber teilweise auch sehr schnulzig, wie soll oich sagen, volksmusikaehnlich sein kann, was nicht so mein Fall ist. Aber war dennoch klasse, um show superanimado!!!
Samstag war ich dann mit Angela bei der Weihnachtsfeier unserer Wandertruppe, mit der wir die Wanderung von Registro nach Iguape gemacht haben, was allerdings schon etwas her ist.Ich weiss nicht, hatte ich davon berichtet? Naja, auf dieser Wanderung habe ich Angela jedenfalls kennen gelernt. Die Weihnachtsfeier war total toll und es war schoen, alle wieder zu sehen!
Sonntag hab ich mich dann zum Parque Ibirapuera durchgeschlagen, um mich wieder mit Eliana und Co zu treffen und die Ausstellung des Kleinen Prinzen zu besuchen, die voll schoen war!!
Ja, wie das im Dezember so ist, hatte ich sonst auch immer noch viele Weihnachtsfeiern, im Amparo mit den Meninas sogar mehrmals, da verschiedene Organisationen mit Geschenken fuer Muetter iund Kinder kamen und jedes Mal ein Fest organisiert wurde, mit den Freiwilligen der Pastoral da Escuta und mit den Funcionários, also Angestellten, des Amparos, Festa da Confraternização, das richtig klasse war mit viel Musik und Tanz!!! Ueber die Adventswochen verteilt hat Irmã Nenén eine Novena organisiert, das sind 9 Treffen, um sich auf Weihnachten vorzubereiten.
Am 23. gab es dann noch eine grosse Messe im Salão da Festa mit Allemann (schreibt man das so?) und abends konnte ich dann in meine Ferien eintreten, juhuuu!!! So sehr mir die Arbeit im Amparo gefaellt, war ich dann doch fdroh darueber, mal etwas Pause zu haben. Mit der Zeit wird es doch anstrengend, alle wollen immer was von einem, Fotos hier, Fotos da, Virus im Berçario, der sich auf alle Kinder ausbreitet, sodass man eine Horde von kranken, quaengelnden Babys zu beruhigen hat..... und natuerlich erheblicher Schlafmangel, zwar nicht gewollt, doch akzeptiert, schliesslich will man die wertvolle Zeit hier doch nutzen!!! Naja, am Ende war ich auf jeden Fall froh, mal etwas Zeit zum Ausspannen zu haben, um dann hinterher wieder mit neuer Motivation und Energie ins Amparo zu gehen!
Am 24.12. war ich dann erst bei Norica und Familie, die ich auf Grund der vielen Unternehmungen schon seit Wochen nicht mehr gesehen hatte, um mit ihnen etwas Weihnachten zu feiern und gaaaaanz viel zu reden.Es gab schliesslich genug zu berichten von beiden Seiten.... Ueber Karneval werde ich dann auch mit Cris und ihren Freunden, von denen ich auch schon einige kenne, nach Olinda in der Naehe von Recife im Nordosten Brasiliens fahren, worauf ich mich schon mega freue. Anschliessend bleibe ich dann noch in Recife, um mich mit Marlene zu treffen, die dort in der Naehe ihr Auslandsjahr macht, weil wir am 22.2. schon Zwischenseminar in Salvador haben. Es waere also recht unklug fuer die paar Tage zureuck nach São Paulo zu reisen, um sofort wieder gen Norden zu ziehen..... Ach ja, darauf freue ich mich schon reisig, das wird wunderbar!!!
Aber gut, ich war bei Weihnachten bzw. Heiligabend um genau zu sein. Von Norica aus konnte ich dann auch mit meiner Familie skypen, sogar mit Kamera, was einfach genial war!! Meine liebe Oma aus Eilum war ja auch da, sodass ich ganz viel mit allen sprechen und alle sehen konnte, sogar den Wuschelurmel, der sich mit seiner Mode bestens an den Winter anpasst ;)!!! Christina hat mir eine Weihnachtsweise auf dem Fluegel geschmettert, sodass trotz Hitze und Hochsommersonnenschein sich doch ein Funken Weihnachtsstimmung deutscher Art breit machte. Schoen, schoen, schoen!!!!
Abends bin ich dann weitergezogen zu meiner lieben "Gastfamilie", die mich zu Weihnachten eingeladen hatten. Abends kam die ganze Familie, mit Onkel und Tanten und so, zu Eliana und Eli. Zur Einstimmung gab es eine Bibelstelle zum Lesen und Gebete, worueber dann gesprochen und ins Hier und Jetzt eingebettet wurde, analysiert und diskutiert. Die Kinder der Runde haben anschliessend ein kleines, mit Mafe selbstausgedachtes Theaterstueck aufgefuert ueber den Sinn von Weihnachten, in dem ich spontan auch noch eine kleine Rolle bekam, hehe. Dann wurd noch etwas gesungen und anschliessend ging es mit den Kindern los auf Weihnachtsmannsuche. Nachdem Papai Noel dann wieder den Abgang gemacht hatte und alle Geschenke verteilt worden waren, gab es die traditionelle ceia, ein grosses Mitternachtsmahl mit ganz viel leckerem Essen.
Ein rundum toller Heiligabend mitsamt dem Heiligtag vorneran bei Norica!!!
Am 25.12. ging das Feiern und Schmausen dann nebenan im Haus von Belita und Ricardo in Form eines grossen Mittagessens auf der Terasse im Schatten (Sonne war zu heiss) weiter. Dieses Mal auch mit Suzannes Familie und noch weiteren Freunden. Ach ja, es ist toll mit so vielen netten Menschen zu feiern, sich zu unterhalten und auszutauschen!! Abends sind wir dann noch in die Weihnachtsmesse gegangen, die sich allerdings nicht so sehr von den normalen unterschied, aber gut.
Hiermit geht mein Dezemberbericht zu Ende. Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls alle ein schoenes, froehliches Weihnachtsfest und habt die neuen, fremden Eindruecke aufgesogen und genossen!!! Vielen Dank auch fuer die lieben Weihnachtsgruesse an alle, die an mich gedacht haben. Entgegen meines Vorhabens habe ich es dieses Jahr nicht geschafft, meine Weihnachtspost zu verschicken, da dazu einfach keine Zeit mehr blieb, tut mir wirklich Leid!
Um wenigstens einen Rest von Uebersicht zu behalten werde ich ueber die Zeit am Strand in Ubatuba gesondert berichten.
Mit vielen, lieben Sommergruessen! Euer Hannabaer
Ausflug mit einigen Meninas
Dienstag, 5. Januar 2010
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